Dorfkirche Battenberg-Eifa (Hessen)
Dorfkirche Battenberg-Eifa (Hessen)

Fokus auf Dach und Technik

Instandsetzung der Dorfkirche Eifa (Hessen)

In der kleinen nordhessischen Gemeinde Eifa am Rande des Rothaargebirges steht eine schmucke Dorfkirche, deren Wurzeln bis in das frühe 18. Jhd. zurückreichen. Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren nötig, um das Gotteshaus mit seiner Kombination aus Fachwerk- und Bruchsteinarchitektur für die Zukunft zu erhalten. Die KiBa hat mitgeholfen.

Eifa ist ein malerischer Stadtteil von Hatzfeld (Eder) und liegt im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nordhessen. Der Ort liegt in reizvollen Lage am Rande des Rothaargebirges, eingebettet zwischen dem 673 Meter hohen Berg mit dem schönen Namen „Sackpfeife“ und dem 583 Meter hohen Kohlenberg. Direkt an das Dorf grenzt der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gerade einmal 300 Einwohner leben hier. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im April 1261. Damals bezeugte ein Battenberger Schöffe (Luivigus de Ypfe) den Verkauf von Gütern an das Kloster Haina. Im Laufe der Zeit taucht der Ortsname in verschiedenen Schreibweisen auf, wie Yfe (1334) oder Eiffa (1578). Eifa besaß ab 1351 sogar ein eigenes Gericht. Im 17. Jahrhundert wurden Eisenerzgänge erschlossen und Bergbau betrieben. Seit der Gebietsreform am 1. Januar 1974 ist Eifa offiziell in die Stadt Hatzfeld (Eder) eingegliedert.

Vom Fachwerk zur Bruchstein-Hülle

Die denkmalgeschützte Dorfkirche Eifa wurde 1711 ursprünglich als Fachwerkkirche errichtet. Ein Chronik-Eintrag des ehemaligen Bürgermeisters Karl Brühl aus dem Jahr 1911 beschreibt ihren Zustand damals als „alt und baufällig“, mit zerbrochenen Kirchenbänken und einem Dach, das mit Holzschindeln gedeckt war. Was tun? Die Gemeinde entschied, das Gebäude nicht abzureißen, sondern grundlegend instand zu setzen. Unter der Leitung von Ludwig Hofmann wurden die Fachwerkwände mit Bruchsteinen verkleidet oder erneuert. Im Osten des Kirchenschiffs fügte man eine halbrunde Apsis an.

Das Erscheinungsbild der Kirche ist heute maßgeblich durch ihren achteckigen, schiefergedeckten Dachreiter geprägt, der sich aus dem Satteldach des Kirchenschiffs erhebt und noch aus dem Jahr 1711 stammt. Der Innenraum ist von einer Flachdecke überspannt und mit Emporen ausgestattet. Die Decke wird mittig von einer einzigen Stütze gehalten. Bemerkenswert ist auch die Ausstattung: Die alte Kanzel ist weitgehend erhalten, und im Turm läutet eine Glocke, die bereits 1506 gegossen wurde.

Große Instandsetzung mit Fokus auf Dach und Technik

Bereits im Mai 2022 wurde ein umfassendes Instandsetzungskonzept mit Kostenschätzung durch Franziskus Hartmann erstellt, da die Kirche erhebliche Baumängel aufwies, insbesondere die schadhafte und lose Schiefereindeckung sowie Schäden an Fassade und Fenstern. Gut 440.000 Euro waren dafür veranschlagt. Den Großteil der Summe trug die Landeskirche in Hessen und Nassau. Von der Stiftung KiBa waren 5.000 Euro zugesagt.

Die Dacheindeckung wurde mit spanischem Naturschiefer in altdeutscher Deckung. Diese traditionelle Deckart komplett erneuert. Bei dieser Technik werden Schiefersteine in unterschiedlichen Größen verwendet. Damit wird gewährleistet, dass die Dächer künftig besser gegen eindringendes Wasser geschützt sind.

  • Neue Dachentwässerung: Die alte Entwässerung war nicht mehr ausreichend. Die neue Anlage aus Titanzink ist großzügiger bemessen, um Niederschläge besser ableiten zu können.
  • Apsis-Schutz: An der Apsis wurde erstmals eine Dachentwässerung installiert. Damit ist das darunterliegende Bruchsteinmauerwerk nachhaltig vor Feuchtigkeit geschützt.
  • Mauerwerk: Fehlstellen im Bruchsteinmauerwerk der Fassade wurden mit passendem Steinmaterial und Kalkmörtel geschlossen, und Risse wurden verfüllt.

Fenster und Holzbauteile

Die Südfenster zeigten vor der Sanierung deutliche Feuchteschäden, Rahmenbrüche und Verformungen. Im Rahmen der Arbeiten wurden die Fenster repariert, entlackt, neu gefasst und wieder eingebaut. Es hatte sich herausgestellt, dass die Südfenster durch das Herausschneiden von Sprossen und das Schließen der Lücken mit Bleiglasflächen stark an Stabilität verloren hatten. Alle sichtbaren Holzbauteile haben einen neuen Anstrich mit Standölfarbe bekommen.

Technik und Ausstattung

Der Turmhahn auf dem Turmkreuz hatte einst durch einen Blitzeinschlag seine Beweglichkeit eingebüßt. Er wurde repariert und im Zuge der Überarbeitung vergoldet. Eine komplett neue Blitzschutzanlage wurde eingebaut. Sowohl der äußere als auch der innere Blitzschutz inklusive Erdung wurden erneuert, da die alte Anlage nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprach.

Auch im Inneren wurde einiges getan:

  • Die Glockenanlage aus dem Jahr 1964 zeigte erhebliche Verschleißerscheinungen. Sie erhielt neue Motoren und eine moderne Steuerung.
  • Die Elektroinstallationen im Turm- und Dachgeschoss wurden erneuert und alte Kabel entfernt.
  • Die Deckenleuchten im Kirchenraum wurden umgebaut. Jetzt sie zur Wartung vom Dachboden aus abgesenkt werden, was die Instandhaltung zukünftig erleichtert.

Die erfolgreich umgesetzte Instandsetzung gewährleistet, dass die Dorfkirche Eifa für die Gemeinde und die Region erhalten bleibt und ihrer historischen Bedeutung als geistliches Zentrum des kleinen Ortes gerecht wird.