Peterskirche Görlitz (Sachsen)
Peterskirche Görlitz (Sachsen) Volker Sander

„Siehe, ich mache alles neu!“

Hoffnung, die trägt und handelt - Gedanken zur Jahreslung

„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5) – die Jahreslosung 2026 ist ein kraftvoller Satz. Er klingt nach Aufbruch, nach Verwandlung, nach Zukunft. Zugleich weckt er aber auch Fragen: Was heißt das denn konkret? Wo geschieht dieses Neue? Und welche Rolle spielen wir selbst dabei?

Die biblische Verheißung richtet den Blick nicht auf den Menschen mit seinen begrenzten Möglichkeiten, sondern auf Gott als Quelle des Neuen. Es ist Gott, der spricht: Ich mache alles neu. Die Hoffnung darin gründet sich nicht auf Optimismus oder Durchhaltewillen, sondern auf Gottes Zusage. Wo Altes müde geworden ist, wo Risse sichtbar werden, wo Kräfte schwinden, da bleibt Gott nicht stehen. Er eröffnet Zukunft.

Und diese Hoffnung ist kein billiger Trost. Sie überspielt nicht den Verfall, nicht die Sorge um knappe Mittel, nicht die realen Herausforderungen, vor denen Kirche und Gesellschaft stehen. Und gerade deshalb ist sie so wichtig. Denn Hoffnung im biblischen Sinn bedeutet nicht, die Augen zu schließen, sondern sie stattdessen weit offen zu halten – für das, was Gott möglich macht, auch dort, wo wir Menschen an unsere Grenzen stoßen.

Gottes Verheißung in unseren Kirchen

„Alles neu“ heißt keineswegs: alles anders, alles weg, alles ersetzt. Gottes Erneuerung geschieht nicht so auf der sprichwörtlichen „grünen Wiese“, es wächst vielmehr in bestehenden Beziehungen, an vertrauten Orten, in scheinbar unscheinbaren Zusammenhängen.

Das lässt sich auch gut an unseren Kirchen ablesen. Große Stadtkirchen und kleine Dorfkirchen erzählen von Jahrhunderten gelebten Glaubens. Sie sind Orte von Taufe und Abschied, von Gebet und Musik, von Gemeinschaft und Stille. Viele von ihnen sind sanierungsbedürftig, manche sogar akut gefährdet. Und stets sind sie so viel mehr als nur alte Gebäude von architektonischer Bedeutung: Sie sind Räume, in denen Gottes Verheißung immer wieder neu hörbar wird.

Gerade hier bekommt die Jahreslosung eine sehr konkrete Bedeutung: Gott ist zwar die Quelle des Neuen – aber er wirkt durch uns Menschen, indem wir Verantwortung übernehmen. Er erneuert nicht, indem wir untätig abwarten, sondern indem wir uns in Bewegung setzen lassen.

Hoffnung, die Verantwortung übernimmt

Die Verheißung Gottes entbindet nicht von Engagement, vielmehr ermutigt sie dazu. Denn wer fest daran glaubt, dass Gott Neues schafft, der kann sich mutig dem Erhalt des Bestehenden widmen. Dieser Einsatz ist kein nostalgisches Festhalten am Vergangenen, sondern eine Investition in die Zukunft.

Die Arbeit der Stiftung KiBa steht genau in diesem Spannungsfeld. Sie bewahrt Kirchen nicht als museale Objekte, sondern als lebendige Orte des Glaubens. Sie hilft dort, wo Gemeinden allein nicht mehr weiterkommen. Und sie setzt ein Zeichen: Diese Kirchen sind es wert, erhalten zu werden – weil sie auch morgen gebraucht werden. Oftmals in ganz neuen Formen und neuen Nutzungsmöglichkeiten. Auch so wird Neues geschaffen!

Es wird ganz deutlich: Gottes Handeln und menschliches Tun gehören zusammen. Gottes Zusage schenkt Mut, Geduld und Ausdauer. Sie trägt durch langwierige Bauphasen, durch Finanzierungsfragen und durch manch bangen Blick in die Zukunft. Und sie erinnert daran, dass es letztlich um mehr geht als um Steine und Dächer – nämlich um Räume, in denen Menschen Hoffnung finden können.

Ermutigt zum Weitergehen

Die Jahreslosung 2026 lädt ein, den Blick nach vorn zu richten, ohne das Gewachsene geringzuschätzen. Sie spricht hinein in eine Zeit, in der vieles im Umbruch ist, auch in der Kirche. „Siehe, ich mache alles neu!“ – das ist kein schneller Slogan, sondern eine Verheißung mit langem Atem.

Wer sich für den Erhalt von Kirchen einsetzt, handelt im Vertrauen darauf, dass Gott Zukunft schenkt. Vielleicht nicht immer spektakulär, aber verlässlich. Vielleicht nicht ohne Mühe, aber mit Sinn. So wird aus Hoffnung Ermutigung – und aus Ermutigung konkretes Handeln.

Und genau darin zeigt sich das Neue, das Gott verheißt: Wo Menschen sich von seiner Zusage tragen lassen und Verantwortung übernehmen, da beginnt Erneuerung – oft leise, aber nachhaltig.

Begleiten Sie uns auch in Zukunft auf diesem Weg!