Ein Achteck für die Gemeinschaft
„Kirche des Monats Februar 2026“ in Großenaspe
Die Katharinenkirche in Großenaspe (Landkreis Segeberg in Schleswig-Holstein) ist etwas Besonderes – allein schon optisch: Sie gehört zu den wenigen Gotteshäusern, die auf einem achteckigen Grundriss erbaut sind. „Am Anfang habe ich mich daran erst einmal gewöhnen müssen“, erinnert sich Pastor Jan-Peter Dau-Schmidt. Heute, rund 25 Jahre später, weiß der Theologe das Oktogon zu schätzen. „Das Gestühl ist auf den Altar hin ausgerichtet, so dass man auch in den hinteren Sitzreihen kein Opernglas braucht, um zu erkennen, was vorn passiert“. Diese Sitzordnung und die geringe Tiefe des Kirchenschiffs sorgen dafür, dass alle näher beieinander sitzen und der Pastor „dichter dran an den Menschen“ ist. „Das hat was“, sagt Dau-Schmidt.
Die Nähe der Gemeindeglieder in und zu ihrer Kirche zeigt sich auch in der Bereitschaft, Opfer zu bringen dafür, dass das Gotteshaus erhalten bleibt. Schon die Sanierung des Kirchturms – das „Pilotprojekt“ des Pastors in Sachen Fundraising („das haben wir mehr oder weniger aus der Hüfte geschossen“) – unterstützten die Gemeindeglieder finanziell großzügig. In diesem Jahr gilt es, die Herausforderungen am Kirchenschiff zu meistern. Dazu gehören u.a. die Verschließung von Rissen über den Fenstern, die Sanierung der Fassade, die Beseitigung von losem Putz und Schimmel im Inneren und die Trockenlegung der durchfeuchteten Wände.
Auch dafür hat die Gemeinde alle Haushalte angeschrieben und um Unterstützung gebeten. „Wir haben den Flyer in einer Papierstärke drucken lassen, die für Postkarten üblich ist“, berichtet Jan-Peter Dau-Schmidt, „diese besondere Haptik sorgt dafür, dass unsere Bitte nicht gleich im Papierkorb landet.“ Tatsächlich sind schon Spenden in Höhe von rund 65.000 Euro eingegangen. Beeindruckt haben den Pastor die Gaben von Privatpersonen, aber auch das, was örtliche Gewerbetreibende beisteuern. Einen Schlüssel des Erfolgs sieht er in der guten Kooperation mit der Kommune. Ein „Brainstorming mit dem Bürgermeister“ sei der erste Schritt aller Akquise-Bemühungen gewesen, so der Theologe, „dann haben wir überlegt, wer wen am besten anspricht“. In die Karten spielt dem Pastor dabei, dass er seine Gemeinde kennt: „Wenn ich erst fünf Jahre hier gewesen wäre, hätte das vermutlich nicht so gut funktioniert.“

Katharinenkirche Großenaspe

Katharinenkirche Großenaspe

Katharinenkirche Großenaspe

Katharinenkirche Großenaspe

Katharinenkirche Großenaspe

Katharinenkirche Großenaspe

Katharinenkirche Großenaspe
Die Katharinenkirche wurde im Jahr 1772 eingeweiht. Ihre Vorgängerin war eine kleine Fachwerkkapelle aus dem 16. Jahrhundert, die so baufällig geworden war, dass sie ersetzt werden musste. Den Entwurf des Landbaumeisters von Holstein-Gottorf, Johann Adam Richter, genehmigte die russische Zarin Katharina II (daher der Name der neuen Kirche); ein halbes Jahr nach Fertigstellung endeten die Machtbefugnisse der Zaren in Holstein durch den Austausch von Land. Zur Einweihung des Zentralbaus aus Backstein spendete der Apotheker Conrad Christiani die große Taufschale aus Messing, die bei Taufen in der Mitte des Kirchenraumes steht. Zum barocken Baustil des Gotteshauses gehört ein zehn Meter hoher Hochaltar mit integrierter Kanzel, auf den sich die 350 Sitzplätze ausrichten. Das Kruzifix links vom Altar, den Kronleuchter und den „Armenblock“ genannten Sammelkasten für Almosen hatte man aus der Vorgängerkirche übernommen.
Die Sanierung des Kirchenschiffs, die die Stiftung KiBa, eine Projektspende inklusive, mit 20.000 Euro fördert, wird insgesamt rund 454.000 Euro kosten. Pastor Jan-Peter Dau-Schmidt ist zuversichtlich, dass die Arbeiten spätestens im Sommer beginnen werden, und „dass wir das in diesem Jahr über die Bühne bekommen.“ Alle Spenderinnen und Spender dürfen sich darauf freuen, ihre Namen auf einer Metalltafel im Eingangsbereich der wiederhergestellten Katharinenkirche eingraviert zu finden. Die Hauptsache ist aber natürlich, dass so viele Menschen dazu beigetragen zu haben, dass das Gotteshaus für die kommenden Generationen erhalten bleibt.