Willkommen im Kloster Loccum
Ein lebendiges Erbe der Zisterzienser
Im Juni 2026 wird das Kloster Loccum Gastgeber für die Mitgliederversammlung des Fördervereins der Stiftung KiBa sein. Dieses geschichtsträchtige Anwesen gilt neben dem Kloster Maulbronn als das am besten erhaltene Zisterzienser-Kloster nördlich der Alpen und blickt auf eine über 850-jährige Geschichte zurück, die von klösterlicher Strenge, wirtschaftlicher Blüte und einer einzigartigen konfessionellen Transformation geprägt ist.
Die Gründung
Die Geschichte des Klosters begann am 21. März 1163, als Graf Wilbrand von Hallermund das Gebiet um die ehemalige Luccaburg für die Gründung einer Zisterzienser-Abtei stiftete. Kurz darauf trafen Abt Eckehard und zwölf Mönche aus dem thüringischen Mutterkloster Volkenroda ein.
Obwohl zeitgenössische Berichte die Gegend als „Stätte weiter Einsamkeit“ beschreiben – möglicherweise um das Ideal der Zisterzienser zu betonen –, war die Gegend tatsächlich bereits teilweise besiedelt und landwirtschaftlich erschlossen. Die Mönche machten die Sumpf- und Waldgebiete durch harte Arbeit urbar und schufen eine autarke Wirtschaftseinheit, deren Spuren noch heute in der Loccumer Klosterlandschaft sichtbar sind.
Schlichtheit und Beständigkeit
Die spätromanische Stiftskirche St. Georg wurde zwischen 1230 und 1280 errichtet. Getreu der Regeln des Zisterzienserordens zeichnet sie sich durch Strenge und Schlichtheit aus. Ein markantes Merkmal ist der Verzicht auf einen großen Kirchturm; stattdessen besitzt die Kirche einen schlanken Dachreiter als Zeichen der Bescheidenheit.
Für Besucher sind einige architektonische Highlights von besonderer Bedeutung:
- Der Kreuzgang: Ein Zeugnis spätromanischer Baukunst.
- Das Laienrefektorium: Hier finden sich beeindruckende Wandgemälde von Eduard von Gebhardt aus dem späten 19. Jahrhundert.
- Die neue Orgel: Im Jahr 2011 wurde ein Instrument der Werkstatt Romanus Seifert & Sohn installiert, das 37 Register umfasst.
Zwischen 2017 und 2021 wurden die Gebäude umfassend saniert, sodass die gesamte Anlage heute in neuem Glanz erstrahlt.

Kloster Loccum

Kloster Loccum

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Kloster Loccum

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Kloster Loccum
Von der Reformation zum Predigerseminar
Eine Besonderheit Loccums ist seine Rechtsstellung: Ende des 16. Jahrhunderts nahm der Konvent das lutherische Bekenntnis an, anders als viele andere Klöster wurde Loccum jedoch nicht aufgelöst, sondern blieb als evangelischer Konvent bestehen.
Seit 1820 beherbergt das Kloster das älteste Predigerseminar der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Heute bereiten sich hier Theologinnen und Theologen aus ganz Niedersachsen und Bremen auf ihren Dienst im Pfarramt vor. Das Kloster genießt innerhalb der Landeskirche weitreichende Autonomie und wird von einem Konvent geleitet, dem seit 2021 auch Frauen angehören. Der aktuelle Abt ist Landesbischof Ralf Meister, der auch Vorstandsvorsitzender der Stiftung KiBa ist und deswegen die Einladung an den Förderverein mit großer Freude ausgesprochen hat.
Kooperation und Kultur
Neben seiner Funktion als Ausbildungsstätte ist das Kloster Loccum ein bedeutendes kulturelles und geistliches Zentrum.
1955 wurde mit dem Loccumer Vertrag eine richtungsweisende Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und den evangelischen Landeskirchen unterzeichnet. Er sichert der Kirche bei der Erfüllung ihrer Aufgaben ihre Selbstständigkeit zu und gilt als einer der wichtigen Staatskirchenverträge in Deutschland, die ein partnerschaftliches Verhältnis, aber keine strikte Trennung von Staat und Kirche definieren.
Das Kloster ist Start- und Zielpunkt bedeutender Pilgerwege, wie dem Weg nach Volkenroda (eröffnet 2005) und dem Weg zum Tochterkloster Reinfeld (seit 2013). Kulturveranstaltungen wie das KlosterKlangFestival beleben die historischen Mauern regelmäßig mit Musik.
Für die Mitglieder des Fördervereins der Stiftung KiBa bietet der Besuch im Juni 2026 die Gelegenheit, eine Institution zu erleben, die die Ideale der Zisterzienser mit der lebendigen Tradition der evangelischen Kirche verbindet. Die Verbindung aus historischer Bausubstanz, wie den mittelalterlichen Wirtschaftsgebäuden und der Zehntscheune, und der modernen Nutzung macht das Kloster zu einem Vorzeigeobjekt kirchlicher Denkmalpflege – ein idealer Ort, um über die Belange des Fördervereins der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler zu beraten.