St. Nikolai Schwerin

St. Nikolai Schwerin St. Nikolai Schwerin St. Nikolai Schwerin St. Nikolai Schwerin St. Nikolai Schwerin St. Nikolai Schwerin
Kirche St. Nikolai Schwerin
Ort 19055 Schwerin, Lindenstraße
Landkreis Nordwest-Mecklenburg
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Landeskirche Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)
Beschreibung

Die Schweriner „Schelfe“ – ein sumpfiges Gebiet mit viel Schilf – gab einst dem heutigen Stadtteil Schelfstadt seinen Namen. Daher wird die Stadtkirche St. Nikolai auch „Schelfkirche“ genannt.

1217 ist erstmals eine Kirche urkundlich erwähnt. Man nimmt an, dass Graf Heinrich I. von Schwerin 1288 aus Dank für den Sieg über die Dänen in der Schlacht von Bornhöved eine neue Kirche stiftet. Das spätromanische Gotteshaus wurde vermutlich 1238 geweiht. Im 16. Jhd. war ihr Zustand desolat, 1586 gab es eine notdürftige Instandsetzung, 1621 baute man einen neuen Turm an. Im 17. Jhd. wurde St. Nikolai zur Filialkirche des Schweriner Doms. Im Dezember 1703 beschädigte ein heftiger Orkan die Kirche so schwer, das man sie abbrechen musste. Herzog Friedrich Wilhelm forcierte einen Neubau – und im Mai 1708 konnte der Grundstein gelegt werden.

Die Pläne für das barocke Gotteshaus lieferte Jakob Reutz, der die Vollendung jedoch nicht mehr erlebte. Sein Nachfolger Leonhard Christoph Sturm konnte St. Nikolai im Dezember 1713 fertigstellen, der Turm wurde jedoch erst 1721 fertig. Die Kirche auf kreuzförmigem Grundriss ist hauptsächlich aus Backstein errichtet; Portale, Kapitelle und Basen sowie die Einfassungen der Fenster sind aus Sandstein. Auffällig ist das weit auskragende Traufgesims. Der Chorraum war durch eine Kolonnade mit Kanzelaltar vom übrigen Kirchraum getrennt. Den Innenraum gestaltete man für die Grablege der herzoglichen Familie Mecklenburgs mit einem zentralen Zugang zur Gruft aus. Bis 1813 wurden hier zwölf Erwachsene – darunter Herzog Friedrich Wilhelm und Sophie Luise Königin in Preußen – sowie fünf Kinder bestattet.

Ein größere Umbau fand 1858 statt. Dabei entfernte man die Kolonnaden und den zentralen Zugang zur Gruft. Außerdem wurde der Altarraum umgestaltet und neue Fenster mit Grisailleornament eingesetzt. 1964 wurden die Innenwände nach Farbschnitten im Stil der ursprünglichen Farbgebung gestaltet. Drei Glocken läuten im Turm, unter ihnen die originale Nikolausglocke von 1517. Die anderen beiden Glocken sind wesentlich neueren Datums und wurden 2015 in Karlsruhe gegossen. Den Taufstein und das Altarbild mit der Darstellung von Christi Himmelfahrt schuf Gaston Lenthe. Friedrich Friese III baute 1858 die Orgel, in deren Prospekt sich noch drei Engelsputten aus dem Vorgängerinstrument von 1755 befinden.

Chronometer: Die Turmuhr von 1863 ist die älteste öffentliche Uhr Schwerins. Bis 2005 musste sie täglich von Hand aufgezogen werden.

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