„KiBa-Kirche des Monats September 2026“ in Ulm

Schon Le Corbusier war von der Pauluskirche in Ulm begeistert. Während es dem berühmten Architekten insbesondere das Baumaterial des Gotteshauses angetan hatte – die Pauluskirche war im Jahr 1910 eine der ersten Betonkirchen in Deutschland – sind heute viele Menschen auch von ihren geistlichen, diakonischen und kulturellen Angeboten inspiriert. Damit das so bleibt, wird das Gebäude saniert. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) fördert die Instandsetzung mit 20.000 Euro.

Rund 90.000 Menschen besuchen die die Ulmer Stadtkirche jedes Jahr. Mehr als 100 Gottesdienste und ebenso viele Andachten finden dort alljährlich statt. Eine tägliche Essensausgabe im Winter nehmen täglich bis zu 800 Menschen wahr; Lebenshilfe und soziale Beratung werden ganzjährig angeboten. Nicht zuletzt beheimatet die Pauluskirche unzählige Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerte.

Der Architekt Theodor Fischer schuf das Gotteshaus als Garnisonkirche mit 2000 Sitzplätzen und einer Doppelturmanlage. Die beiden rund 50 Meter hohen Türme im Osten sollten an syrische Getreidespeicher erinnern. Für das Gewölbe im Schiff verwendete Fischer Sichtbeton, sodass es ohne Säulen auskommt. Instandgesetzt werden muss die Fassade des Bau- und Kulturdenkmals – insgesamt eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld. Insgesamt rund zwei Millionen Euro werden die Maßnahmen kosten.

Um Spenden einzuwerben, zieht die Gemeinde viele Register. Es gibt Benefizkonzerte und „Baustein-Patenschaften“ zwischen 150 und 1.000 Euro, die schon mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger wahrgenommen haben. Die Sparkasse Ulm veranstaltete eine Crowdfunding-Initiative, bei der sie jede Spende im Aktionszeitraum verdoppelte. Ein mit dem Logo der Stadtkirche verzierter „Paulus-Beton-Pflanzentopf“ und ein „Paulus-Ziegel“ als Stiftehalter werden als Spenden-„Giveaways“ für 30 Euro bzw. 50 abgegeben.

Die Pauluskirche ist all diese Mühen unbedingt wert, meint Pfarrer Peter Heiter. „Weil sie verbindet: verschiedene Bereiche der Geschichte, unterschiedliche Baustile. Und, was das Entscheidende ist: Sie bringt Menschen aller gesellschaftlichen Gruppen zusammen.“

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie Zusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von mehr als 42 Millionen Euro geben können. Für dieses Jahr sind bislang Förderzusagen von 1,3 Millionen Euro vorgesehen. 3.400 Mitglieder engagieren sich bundesweit im „Förderverein der Stiftung KiBa e. V.“ Weitere Informationen: www.stiftung-kiba.de.