„Kirche des Monats Juli 2026“ in Weltewitz

Die Dorfkirche im nordsächsischen Weltewitz ist ungewöhnlich groß: Sie bietet Raum für 300 Menschen. Tatsächlich kommen mehrmals im Jahr so viele Besucherinnen und Besucher in die Kirche: zu Weihnachten, bei Konfirmationsfeiern und Konzerten. Damit weiterhin genügend Sitzplätze vorhanden sind, müssen die Emporen des Gotteshauses instandgesetzt werden. Diesen letzten Schritt im Rahmen der umfassenden Kirchensanierung unterstützt die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) mit 20.000 Euro. 

Die Dorfkirche in Weltewitz stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, ein genaues Erbauungsjahr ist nicht gesichert. Der im Kern spätgotische Bau wurde um das Jahr 1694 nach Osten verlängert; aus diesem Jahr stammt auch die fünfseitige Kanzel an der Südwand. In vorreformatorischen Zeiten war die Saalkirche als „Propstei“ zentraler Anlaufpunkt auch für die Menschen aus den umliegenden Dörfern. 

Die Emporen an der West- und Nordseite sind abgesackt; das Holz ist durch Insektenbefall und auch das feuchte Raumklima angegriffen. Die obere Empore ist daher komplett gesperrt, die untere, auf der sich auch die kostbare Donati-Orgel befindet, notdürftig mit Stützpfeilern gesichert. Nachdem die Gemeinde in den vergangenen Jahren das Äußere von Kirchenschiff und Westturm hat instand setzen lassen, umfasst der letzte Sanierungsschritt neben den Emporen auch den Dielenboden und das Kirchengestühl. 

Um den Prozess der Sanierung und um Spenden dafür kümmert sich ein vierköpfiger „Beirat“, der von vielen Weltewitzern unterstützt wird. „Das betrifft Putzaktionen in der Kirche, Benefizveranstaltungen wie das Konzert des Projektchores oder andere Aufführungen der Weltewitzer Kirchen Musiken“, sagt Pfarrer Friedemann Krumbiegel. „Ohne diese Unterstützung würde der Beirat das nicht schaffen.“

Im Herbst werden die finalen Arbeiten in der Kirche beginnen, meint der Pfarrer. Knapp 166.000 Euro benötigt die Gemeinde für diesen letzten Teil der Kirchenrestaurierung, die dann insgesamt rund 685.000 Euro gekostet haben wird.

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie Zusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von mehr als 42 Millionen Euro geben können. Für dieses Jahr sind bislang Förderzusagen von 1,3 Millionen Euro vorgesehen. 3.400 Mitglieder engagieren sich bundesweit im „Förderverein der Stiftung KiBa e. V.“ Weitere Informationen: www.stiftung-kiba.de.