Preisträger und Preisträgerinnen beim Ehrenamtspreis „Goldenen Kirchturm“ 2026
Preisträger und Preisträgerinnen beim Ehrenamtspreis „Goldenen Kirchturm“ 2026 Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

Ehrenamtspreise „Goldener Kirchturm“ verliehen

„KiBa-Kirchen“ ganz vorne mit dabei

Anlässlich des Treffens der Kirchbauvereine wurde jüngst in Erfurt der Ehrenamtspreis „Goldener Kirchturm“ der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) verliehen. Den mit 5.000 Euro dotierten Ersten Preis erhielt der Förderverein der Kreuzkirche Sankt Nikolai aus Hohelohe-Kitzen (Landkreis Leipzig in Sachsen). Vier Anerkennungspreise zu jeweils 2.000 Euro gingen an den Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Meuchen (Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt), den Kirchbauverein Gera (Thüringen), den Förderverein St. Viti Kirche Wechmar (Landkreis Gotha in Thüringen) und den Mösthinsdorfer Heimatverein „Wildtulpe“ (Saalekreis in Sachsen-Anhalt). Einen Sonderpreis „Langer Atem – Lebenswerk“ in Höhe von 3.000 Euro erhielt der Kirchbauverein der St. Stephanikirche Osterwieck (Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt).

Die meisten Preisträger sind bei der KiBa keine Unbekannten: „Wir freuen uns, dass unsere Förderkirchen sich für Erhalt und Nutzung stark machen – der Goldene Kirchturm ist eine wunderbare Anerkennung ihrer Arbeit“, sagt KiBa-Geschäftsführerin Catharina Hasenclever.

„Mit dem Treffen der Kirchbauvereine möchten wir den Mitgliedern besonders danken für ihr Engagement, ihre Ausdauer und ihren Mut, etwas Neues zu bewegen. Im Mittelpunkt steht dabei der Erfahrungsaustausch“, sagt Regionalbischof Tobias Schüfer, Beauftragter der EKM für die Kirchbauvereine. „Es wurden viele Bewerbungen eingereicht. Jede Initiative hat für ihr Bemühen einen Preis verdient, aber manche stechen tatsächlich heraus“, berichtet er.

Für den Förderverein der Kreuzkirche Sankt Nikolai Hohelohe-Kitzen als Gewinner des Goldenen Kirchturms 2026 hat sich die Jury entscheiden, da durch das Engagement das Zusammenleben im Dorf positiv beeinflusst und die Dorfgemeinschaft gestärkt wurde. „Durch die Sanierung der Kirche ging eine Aufbruchsstimmung durch das Dorf. Verschiedene Vereine suchten die Zusammenarbeit und unterstützen sich nun gegenseitig“, so die Jury. Die KiBa hat 2020 die Innensanierung und 2022 die Sanierung des Kirchturms gefördert und zusammen 60.000 Euro (inkl. Projektspenden) aus Mitteln der Ursula und Karl Heinz Rössner-Stiftung investiert.

Der Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Meuchen hatte sich engagiert, da der Kirche 2017 wegen erheblicher Mängel die Schließung gedroht hatte. Mit Hilfe der Kirchenmitglieder wurde die Kirche plus Inventar über die Jahre eindrucksvoll saniert.

Der Kirchbauverein Gera bewirkt seit 1998, dass der Erhalt und die Restaurierung der Kirchen in Gera gefördert werden. „Dadurch wird ein wichtiger Beitrag für den Erhalt des Stadtbildes erzeugt“, lobt die Jury. 2024 hat die KiBa die St. Marien-Kirche in Gera-Untermhaus mit 10.000 Euro für die Fassadensanierung unterstützt.

Der Wunsch nach einer offenen Kirche für alle hat den Förderverein der St. Viti Kirche Wechmar zum Engagement animiert. Dadurch ist ein Ort der Gemeinschaft und Begegnung entstanden. Auch in Wechmar hat die KiBa Mittel aus der Ursula und Karl Heinz Rössner-Stiftung zur Verfügung gestellt und 2025 die Deckensanierung von St. Viti mit 10.000 Euro gefördert.

Das hohe Engagement, mit dem viele Ehrenamtliche mitwirken, war ausschlaggebend für die Auszeichnung des Mösthinsdorfer Heimatvereins „Wildtulpe“. Unter anderem wurde im Kirchgarten das „Offene Haus der Begegnung“ geschaffen. St. Georg in Mösthinsdorf hat 2019 15.000 Euro der Stiftung KiBa für die Sicherung und die Instandsetzung des Kirchturms bekommen.

Für den „Langen Atem“ erhielt der Kirchbauverein der St. Stephanikirche Osterwieck den diesjährigen Sonderpreis. Gegründet im März 1990, war es der erste deutsch-deutsche Verein in zwei Staaten mit unterschiedlichen Rechts-, Verwaltungs- und Wirtschaftssystemen. Einen „langen Atem“ gibt es auch für die KiBa für die Förderung von St. Stephani: zwischen 2010 und 2016 hat die Stiftung insgesamt 60.000 Euro (inkl. einer Projektspende) für den Erhalt der Kirche mit ihren eindrucksvollen Doppeltürmen investiert.

„KiBa-Förderungen sind oft ein erster Impuls für die Finanzierung einer Sanierungsmaßnahme“, weiß Catharina Hasenclever. „Wenn erst die KiBa-Zusage da ist, folgen meist schnell weitere Geldgeber.“ Besonders interessant für Kirchengemeinden: KiBa-Förderungen können als Eigenmittel ausgewiesen werden, das ist vor allem auf europäischer Ebene wichtig, wenn z.B. LEADER-Mittel beantragt werden.

Für das Treffen der Kirchbauvereine gab es mehr als 100 Anmeldungen. Der Goldene Kirchturm wird seit 2009 verliehen, um kreative und beispielgebende Projekte zur Erhaltung und Nutzung von Kirchen zu honorieren. Auf dem Territorium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) stehen 3.890 evangelische Kirchen und 132 Friedhofskapellen – das sind rund 20 Prozent aller Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), obwohl es in der EKM nur rund drei Prozent der evangelischen Kirchenmitglieder gibt. Nirgendwo sonst in Deutschland finden sich so viele wertvolle und geschichtsträchtige Gotteshäuser.