St. Peter und Paul Niederndodeleben (Sachsen-Anhalt)
St. Peter und Paul Niederndodeleben (Sachsen-Anhalt)

„Für die Kirche spenden die Menschen“

„Kirche des Monats Juni 2026“ in Niederndodeleben

Wenn Wolfgang Schmid durch Niederndodeleben geht, wird er oft angesprochen: Wie es denn um die Instandsetzung der Kirche stehe? Der 77-jährige ist Mitglied im Gemeindekirchenrat und so etwas wie der Sanierungsbeauftragte für die Kirche St. Peter und Paul in dem rund 4.500 Einwohner zählenden Ortsteil der Hohen Börde in Sachsen-Anhalt. Das Gotteshaus, das er seit seiner Kindheit kennt, liegt ihm „dolle“ am Herzen – und damit ist er nicht allein. Auch bei den Spendensammlungen für die anstehenden Restaurierungsarbeiten wird ihm immer wieder bewusst: „Die Menschen hier überlegen sich gut, wofür sie ihr Geld verwenden. Aber für die Kirche geben sie!“ Noch besser, lacht er, wäre es aber, „wenn wir endlich wüssten, wann es wirklich losgeht“.

Klar ist, dass zuerst beim massiven Turm von St. Peter und Paul Hand angelegt werden muss: Das Holz der Dachkonstruktion ist schadhaft, Schindeln sind verrutscht oder fehlen gleich ganz. Der Giebel im Osten hat Risse, Mauersteine fallen auf das Kirchendach. Immerhin: Eine Ortsbegehung mit den entsprechenden Gewerken hat es schon gegeben. Dabei wurde auch die Bodenfestigkeit um den Turm geprüft, denn: Ein Krahn wird nötig sein, um die achtseitige Turmspitze abzuheben, „weil der Ringanker, auf dem das Turmdach ruht, ebenfalls verfault ist“, erklärt Schmid.

St. Peter und Paul Niederndodeleben

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Die denkmalgeschützte Dorfkirche in Niederndodeleben ist ein im Kern romanischer Saalbau mit Mauern aus Bruchsteinen. Ihr robustes Äußeres verdankt sie ihrem ersten Zweck als Wehrkirche. In den Jahren 1709-11 baute die Gemeinde das Gotteshaus nach der Mode der Gotik um, wobei man Teile des ursprünglichen Gebäudes wie etwa das romanische Mauerwerk übernahm. Die Emporen im Inneren und der Altar sind mit Malereien aus dem 17. Jahrhundert geschmückt, auch die Taufe aus Sandstein und die barocke Predigtkanzel stammen aus dieser Zeit. Der Turm hat weitere Kostbarkeiten aufzuweisen: Er beherbergt zwei mittelalterliche Bronzeglocken aus den Jahren 1375 und 1459.

Was mag Wolfgang Schmid besonders in „seiner“ Dorfkirche? Die Antwort kommt sofort: Die Emporen und den Altar mit den Bildern von der Leidensgeschichte Jesu gehören auf jeden Fall dazu. Außerdem liebt er die Orgel und „den schönen Klang“ im Kirchenraum. Die besondere Akustik hat dem Gotteshaus im Laufe der Jahre zu beachtlicher Reputation verholfen: Immer wieder gibt es in St. Peter und Paul Konzerte – zuletzt oft als Benefiz-Aufführungen zugunsten der Sanierung – auch von internationalen Musikerinnen und Musikern. Zum Lauschen kommen die Menschen von überall her aus Sachsen-Anhalt wie aus anderen Bundesländern. „Die Kirche ist ein gut frequentierter Mittelpunkt in der Hohen Börde“.

Diese Strahlkraft wird nach der Sanierung von St. Peter und Paul noch größer werden, hofft Wolfgang Schmid. Als „Sanierungsbeauftragter“ geht er fest davon aus, dass die Arbeiten in diesem Jahr beginnen werden. 350.000 Euro sind für die Instandsetzung des Turms veranschlagt, 510.000 Euro, so die derzeitigen Berechnungen, sind für die gesamte Maßnahme nötig. Die Stiftung KiBa fördert das Projekt mit 15.000 Euro.