Evangelische Kirche Essen-Haarzopf

Evangelische Kirche Essen-Haarzopf Evangelische Kirche Essen-Haarzopf Evangelische Kirche Essen-Haarzopf Evangelische Kirche Essen-Haarzopf
Kirche Evangelische Kirche Essen-Haarzopf
Ort 45149 Essen OT Haarzopf, Raadter Str. 79
Homepage kirche-­haarzopf.de
Landkreis Essen
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Landeskirche Evangelische Kirche im Rheinland
Beschreibung

1910 wurde Haarzopf nach Essen eingemeindet. Schnell wünschte man sich nach Eigenständigkeit von der Kettwiger Gemeinde ein eigenes Gotteshaus. 1912-1913 wurde die neue Kirche nach Entwürfen von Max Benirschke erbaut. Sie gilt als die erste moderne Kirche der Rheinprovinz. Der Bau basiert auf dem „Wiesbadener Programm“ und nimmt formal den Expressionismus vorweg. Es ist als Gesamtkunstwerk im Sinne der Anthroposophie Rudolf Steiners konzipiert. Es handelt sich um einen tonnengewölbten Wandpfeilersaal, der zwischen einem eingezogenen Chor und der Orgelempore liegt. Der Turm ist seitlich positioniert.

Das Farbkonzept im Innenraum basiert auf den drei Grundfarben, ein tiefes Rot steht für das irdische Leben, das in das himmlische Blau der Wölbung übergeht. Bei der Gestaltung sind geometrische Figuren und Zahlenmystik erkennbar. Kreuz und Davidstern stehen sich in den Rundfenstern als Symbole des Neuen und Alten Bundes gegenüber.

Zur besonderen Ausstattung gehören ein Wandbehang in der Taufecke zum Thema „Wasser“ sowie ein Stickbild neben der Kanzel („Der Auferstandene“), das von Benirschke selbst entworfen wurde. Die heutige Schuke-Orgel steht im Chorraum statt auf der Empore.

Nach Schäden im Zweiten Weltkrieg folgte in den 1960er-Jahren eine „verhängnisvolle“ Modernisierungswelle, die den ursprünglichen Charakter des Innenraums stark nivellierte. Zwei Jahrzehnte später erkannte man den Wert der damals hochmoderne Hetzer-Holzleimbinder-Konstruktion wieder und restaurierte die Kirche.

Bach und Wald: „Haarzopf“ hat nichts mit Frisuren zu tun, vielmehr beinhaltet das mittelalterliche „Hartzappe“ die Wortbestandteile „appe“ (fließendes Gewässer) und „Hartz“ (Wald) – der heutige Steinbach in Haarzopf wäre somit ein „Waldbach“. Seit 1830 besitzt Haarzopf seinen Namen.

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