St. Dionysius Wunstorf Kolenfeld (Niedersachsen)
St. Dionysius Wunstorf Kolenfeld (Niedersachsen)

„Die mit der Pfarrscheune“

St. Dionysius Kolenfeld

Zentral auf dem Kirchfriedhof steht St. Dionysius, ein prägender Kirchbau im Wunstorfer Ortsteil Kolenfeld in der Region Hannover. Das schmucke Gotteshaus vereint romanische Ursprünge mit barocker Baukunst und kann auf eine fast 900-jährige Geschichte zurückblicken.

Geschichte und Architektur

Die erste urkundliche Erwähnung der Kolenfelder Kirche datiert auf 1181. Von diesem mittelalterlichen Bau ist heute noch der romanische, quadratische Westturm erhalten. 1744 musste das ursprüngliche Kirchenschiff aufgrund von Baufälligkeit abgerissen werden. Zwischen 1743 und 1747 errichtete man den heutigen Bau als rechteckige Saalkirche aus verputzten Bruchsteinen, wobei die Ecksteine sichtbar geblieben sind. Im Osten schließt sich eine eingezogene, querrechteckige Sakristei an.

Ein besonderes Merkmal des Turms ist sein spitzes Pyramidendach. Im Glockenstuhl hängen vier Glocken, die älteste von ihnen wurde bereits 1584 von Christopher Horenbarch gegossen. Unterhalb des Glockenstuhls befindet sich die im Jahr 1907 von J. F. Weule gefertigte Turmuhr. Regelmäßig nisten Turmfalken im Turm, die über eine Webcam beobachtet werden können.

2019 hat die Stiftung KiBa in Kolenfeld die Dachsanierung gefördert – der Dachstuhl war von Pilzen und Holzschädlingen befallen –, 2023 hat sie die allgemeine Sanierung unterstützt.

Gemeindehaus „Pfarrscheune“

Das Fachwerkensemble aus Pfarrhaus und umgebauter Pfarrscheune dient heute als zentraler Treffpunkt für die Gemeinde. Zahlreiche kirchliche und soziale Gruppen nutzen die Räume regelmäßig, darunter Besuchsdienst, Eltern-Kind-Gruppen und musikalische Angebote. Auch die Schulkinderbetreuung ist dort untergebracht.

Neben den Gottesdiensten zu Sonn- und Feiertagen finden vielfältige Veranstaltungen wie Weltgebetstage, Kinderkirche und Gemeindetreffs statt. Gemeinsam mit örtlichen Vereinen werden zudem Feste wie Erntefest, Martinsumzug oder Weihnachtsmarkt organisiert. Ergänzt wird das Gemeindeleben durch Aktionen wie den „Lebendigen Adventskalender“, das Maibaumaufstellen und eine Boulebahn auf dem Außengelände.

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

St. Dionysius Kolenfeld in der Region Hannover (Niedersachsen)

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Innenausstattung und Orgel

Der Innenraum ist von einem hölzernen Tonnengewölbe überspannt und an drei Seiten mit hölzernen Emporen versehen. Zentraler Blickfang ist der eindrucksvolle Kanzelaltar von 1747. Er steht auf einem geschwungenen Grundriss und verfügt über seitliche Durchgänge. Die Kanzel und das Altarretabel mit einem Gemälde des Abendmahls werden von korinthischen Säulen und Pilastern flankiert.

Weitere wertvolle Ausstattungsstücke sind das sechseckige Taufbecken (1651 gestiftet), und verschiedene Grabsteine aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, die zum Schutz ins Innere der Kirche versetzt wurden.
Die Orgel auf der Westempore wurde 1746 von Franz Wilhelm Naumann erbaut, einem Schüler der Arp-Schnitger-Schule. Das Instrument verfügt über 13 Register und wurde 2012 umfassend restauriert.

Der Ort Kolenfeld

Kolenfeld selbst wurde bereits 1128 als „Callenfeldt“ erstmals erwähnt. Das Dorf liegt südlich des Wunstorfer Stadtkerns, eingebettet zwischen der Südaue, dem Mittellandkanal und der Autobahn A2. Über 400 Jahre lang gehörte der Ort zum Amt Blumenau im Fürstentum Calenberg, bevor er 1974 im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Wunstorf eingegliedert wurde.

Heute hat Kolenfeld etwa 3.000 Einwohner. Das dörfliche Wappen spiegelt die Identität des Ortes wider: Ein silberner Wellenbalken symbolisiert die Südaue, drei goldene Ähren stehen für den Getreideanbau und ein steinernes Rundfenster zollt dem Kunstdenkmal am alten Kirchturm Tribut. Um 1900 wurde der Bohrturm der „Kalibohrgesellschaft Neu-Wunstorf“ errichtet. Er diente als Vorläufer für den späteren Schacht Kolenfeld.