Dom St. Nikolai Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Dom St. Nikolai Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) Stefan Aumann

Die „Kirche des Jahres 2025“ steht in…?

Wir stellen zwölf Kirchen vor

Jeden Monat präsentiert die Stiftung KiBa eine geförderte Kirche exemplarisch als „Kirche des Monats“ ausführlich in einer Kurzreportage. Am Ende eines Jahres wird aus den „Kirchen des Monats“ eine „Kirche des Jahres“ gewählt. Bis zum 20. Mai können Sie abstimmen (und auch etwas dabei gewinnen).

Alle diejenigen, die für eine Kirche abstimmen, unterstützen die Stiftung KiBa dabei, die geförderten Kirchen bekannter zu machen. Mit dem Ehrentitel „Kirche des Jahres“ zeigen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen darüber hinaus ihre Wertschätzung für große und kleine Kirchen – und dass ihnen der Erhalt von Kirchen in ganz Deutschland wichtig ist.

Diese zwölf Kirchen stehen zur Wahl:

St. Trinitatiskirche Bad Tennstedt (Thüringen)

Kirche des Monats Januar 2024

Die St. Trinitatiskirche in Bad Tennstedt ist eine beeindruckende dreischiffige Basilika, deren Bau ab 1418 am Hang des Schulbergs begann. Charakteristisch für das Bauwerk sind der polygonale Chor, Spitzbogenarkaden auf achteckigen Pfeilern und die markanten, asymmetrischen Türme, die das Stadtbild prägen. Nach einem verheerenden Brand im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche zwischen 1652 und 1659 wieder aufgebaut. Im Inneren stechen der reich geschmückte Taufstein (um 1680), das Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert und die „Moseskanzel“ von 1659 mit Darstellungen Christi und der zwölf Apostel hervor. Ergänzt wird das Ensemble durch die 1881 von Friedrich Gerhardt geschaffene Orgel, die auf der Empore steht. Historisch spielte Bad Tennstedt als bedeutende Handelsstadt im Mittelalter eine wichtige Rolle, da es an der nördlichen Alternativroute der Via regia, der zentralen Ost-West-Verbindung des Heiligen Römischen Reiches, lag.

Dorfkirche Eckernförde-Borby (Schleswig-Holstein)

Kirche des Monats Februar 2024

Die Dorfkirche Eckernförde-Borby wurde Ende des 12. Jahrhunderts als spätromanische Kirche aus Feldsteinen auf dem Petersberg über der Eckernförder Bucht errichtet. Eine Siedlungswelle gegen Ende des 13. Jahrhunderts erforderte eine Erweiterung des ursprünglichen Bauwerks. Der heute prägende Westturm wurde erst zwischen 1893 und 1894 hinzugefügt. Im Inneren besticht die Kirche durch ihr schlichtes Erscheinungsbild: weiße Wände, ein graues Kirchengestühl und eine Empore über dem Eingang prägen das Bild. Besonders sehenswert sind der Taufstein aus gotländischem Kalkstein (um 1200), der prächtige Hochaltar sowie die reich verzierte Kanzel mit zahlreichen Figuren. Vom Petersberg aus genießt man zudem einen ausgezeichneten Panoramablick über die Stadt Eckernförde und die Ostsee.

St. Urban Beyernaumburg (Sachsen-Anhalt)

Kirche des Monats März 2024

Die Kirche St. Urban in Beyernaumburg wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus Natursteinen errichtet und präsentiert sich im Übergang von der Spätromanik zur Frühgotik. Das Bauwerk umfasst ein Querhaus, einen hohen Vierungssturm mit einem verschieferten Spitzhelm sowie ein Langhaus, das in einem westlichen Eingangsanbau und einen östlichen Chor übergeht. Im Inneren prägt eine dreiseitige Holzempore, die das Prospekt der Strobel-Orgel von 1860 beherbergt, das Bild. Besonders hervorzuheben sind der dreiflügelige Schnitzaltar von 1520, die farbenprächtigen Buntglasfenster im Querhaus, ein Taufstein aus dem 13. Jahrhundert und die spitzbogige Sakramentsnische. Der Theologe und Reformator Thomas Müntzer, der von ca. 1489 bis 1525 lebte, wirkte bis zu seinem Tod in der Region um Allstedt-Beyernaumburg.

Leonhardskirche Gellmersbach (Baden-Württemberg)

Kirche des Monats April 2024

Die Leonhardskirche in Gellmersbach, blickt auf ein Fundament aus dem 13. Jahrhundert zurück. Nachdem die ursprüngliche Kapelle im 16. Jahrhundert während des Bauernkriegs zerstört wurde, erfolgte ihr Wiederaufbau, und 1667 wurde sie um einen Turm erweitert. Eine weitere Ausbauphase folgte 1749, in der sowohl die Kirche vergrößert als auch der Turm aufgestockt wurde. Die erste Orgel fand vermutlich 1843 Einzug, während die heutige Weigle-Orgel aus dem Jahr 1954 stammt. Auffällig ist die um die Kirche gelegte Kette, die an die Gefangenenfürsorge des Kirchenpatrons Leonhard von Limoges erinnert – ein Merkmal, das sonst eher in den sogenannten Kettenkirchen des Alpenraums zu finden ist. Gellmersbach selbst ist zudem ein traditionsreicher Weinbauort im nördlichen Württemberg.

Dorfkirche Großröda (Thüringen)

Kirche des Monats Mai 2024

Die neuromanische Dorfkirche in Großröda wurde im 19. Jahrhundert errichtet, da die alte Kirche der wachsenden Bevölkerung nicht mehr genügte. Charakteristisch ist ihre eingezogene, halbrunde Apsis sowie der quadratische Westturm mit drei Geschossen und achteckigem Helm, der von Treppenanbauten flankiert wird. Im Inneren besticht der Raum durch eine Flachdecke, eine Empore und eine weitgehend originale Ausstattung aus der Bauzeit. Überregional bekannt ist zudem die fast original erhaltene Kreutzbach-Orgel von 1864, die mit ihrem hochromantischen Klang begeistert. Interessant ist auch der historische Kontext: Während des frühen 19. Jahrhunderts spielte der Braunkohletagebau eine wichtige Rolle in der Region, wobei Großrödas benachbarter Ort Petsa in den 1950er Jahren den Baggern zum Opfer fiel.

St. Johannis Hitzacker (Niedersachsen)

Kirche des Monats Juni 2024

St. Johannis im Zentrum der historischen Altstadt von Hitzacker wurde im 13. Jahrhundert errichtet und nach ihrer Zerstörung im Jahr 1824 komplett neu aufgebaut. Der schlichte Innenraum besticht durch eine helle, umlaufende Holzempore und einen Kanzelaltar, der von vier freistehenden Säulen getragen wird. Besonders auffällig sind die zwölf großen Bleiglasfenster, die 1917 mit biblischen Szenen ausgestattet wurden – als Vorlagen dienten Gemälde aus dem 16., 19. und 20. Jahrhundert, die im nazarenischen Stil überarbeitet wurden. Die zweimanualige neobarocke Orgel, gefertigt 1905 von der Orgelbauwerkstatt Karl Schuke in Berlin, rundet das Klangbild ab. Ein weiteres historisches Highlight ist die fast original erhaltene Turmuhr (um 1900), die regelmäßig von Hand aufgezogen werden muss.

St. Peter und Paul Holzkirchen (Bayern)

Kirche des Monats Juli 2024

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Holzkirchen wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil als Saalbau mit einseitig abgewalmtem Dach errichtet. Auffällig ist der axial verschobene Westturm mit Satteldach. Im Inneren erinnern Apostelkreuze an die Fresken, die um 1430 angebracht wurden. Nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgte der Wiederaufbau erst bis 1723, und im 18. Jahrhundert wurde ein Torhäuschen ergänzt. Die große Glocke von 1616, die während des Krieges aus Hamburg abgegeben wurde, kehrte 1947 unbeschädigt zurück. Holzkirchen liegt im Nördlinger Ries – einem Gebiet, in dem vor rund 15 Millionen Jahren ein gewaltiger Asteroid einschlug und einen 24 km durchmessenden Krater hinterließ.

Dorfkirche Karrenzin (Mecklenburg-Vorpommern)

Kirche des Monats August 2024)

Die kleine Fachwerkkirche in Karrenzin wurde 1721 erbaut und prägt seither das Dorfzentrum. Ihr verbretterter Turm am Westgiebel, gekrönt von einem vierseitigen Pyramidendach, beherbergt zwei Glocken aus den Jahren 1922 und 1934. Im Chor, der mit einem oktogonalen Abschluss gestaltet ist, steht ein schlichter Altarstisch aus Holz, hinter dem ein Kruzifix positioniert ist. Durch kleine, bleiverglaste Fenster fällt das Licht in den Raum, der von einer flachen Holzdecke überspannt wird. Besonders kostbar ist die hölzerne Renaissance-Taufe, verziert mit kleinen Reliefplatten aus Terrakotta. Die Umgebung von Karrenzin, geprägt von hügeligen Landschaften, geht auf die Endmoräne der letzten großen Eiszeit zurück.

Dorfkirche Deetz (Sachsen-Anhalt)

Kirche des Monats September 2024

Die spätromanische Dorfkirche Deetz wurde im 13. Jahrhundert aus Feldsteinen erbaut. Der im späten 19. Jahrhundert als Ersatz für einen baufälligen Dachreiter errichtete Westturm aus Backstein prägt das Bild des Bauwerks. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Kirche eine Erneuerung: Die Fenster im Schiff wurden vergrößert, der Triumphbogen aufgeweitet und die Innenausstattung modernisiert. Im Ostgiebel des Chors findet sich ein Patronatsgestühl aus dem Jahr 1680, während im Turm ein gotischer Altarschrein aus dem Ende des 15. Jahrhunderts beheimatet ist. Zwei Glocken runden das Klangbild ab – die ältere stammt aus dem 16. Jahrhundert, die jüngere wurde 2001 gegossen. Der Legende nach sollen nach einer blutigen Schlacht so viel Menschen ihr Leben verloren haben, dass die Erde von Deetz „rot“ wurde.

Dorfkirche Strehlen (Brandenburg)

Kirche des Monats Oktober 2024

Die Dorfkirche Strehlen ist eine der ältesten Fachwerkkirchen der Region. Ihr ursprünglicher Kern, einschließlich des quadratischen Backsteinturms, stammt aus dem 16. Jahrhundert – erst 1903 wurde das Gebäude gotisch überformt. Besonders bemerkenswert ist die im Turm verborgene Holzkonstruktion, ein seltener, bauzeitlicher Glockenstuhl, der zusätzlich zur Stabilisierung dient. Im Innenraum bewahrt die Westempore einen spätgotischen Figurenschrein aus dem 15. Jahrhundert, während der Großteil der Ausstattung aus der Umgestaltungsphase des frühen 20. Jahrhunderts stammt. Aus der Region stammt zudem der Theologe Heinrich Vogel (1902–1989), ein engagiertes Mitglied der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Gemeindesaal Bendorf (Rheinland-Pfalz)

Kirche des Monats November 2024

Der Gemeindesaal der Reformierten Kirche in Bendorf spiegelt die bewegte Geschichte des Ortes wider. Bereits seit 1740 lebten hier vor allem französische Hugenotten, die wegen der florierenden Eisenindustrie in die Region kamen. Ihre eigene Kirche wurde 1775 von der einflussreichen Familie Remy errichtet, die mit ihren Bergbau- und Hüttenunternehmen den Ort prägte. Nach der Vereinigung mit der lutherischen Gemeinde im Jahr 1817 fand die reformierte Kirche fortan als Gemeindesaal ihre neue Bestimmung. Heute ist das denkmalgeschützte Gebäude, ergänzt durch einen modernen Anbau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, ein eindrucksvoller Zeuge vergangener Zeiten. Die industrielle Vergangenheit Bendorfs, symbolisiert durch das imposante Industriedenkmal „Sayner Hütte“ aus dem 18. Jahrhundert – dessen Anlage 1926 stillgelegt wurde – rundet das historische Bild ab.

Dorfkirche Marzahne (Brandenburg)

Kirche des Monats Dezember 2024

Die trutzige Dorfkirche in Marzahne wurde im 13. Jahrhundert aus robustem Feldstein errichtet und erfuhr im 15. Jahrhundert durch die Anfügung von Turm und Schiff im spätgotischen Stil eine prägnante Erweiterung. Das sorgfältig ausgeführte, unterschiedliche Mauerwerk zeugt von hoher handwerklicher Qualität. Nach einem Brand wurde der Dachstuhl um 1607 erneuert. 1996 musste die achteckige Turmlaterne abgenommen werden – seither ruht der ursprüngliche Spitzhelm ebenerdig neben der Kirche. Zur Ausstattung zählen eine Rokoko-Kanzel aus dem Jahr 1772, eine Orgel von 1831 sowie ein silbervergoldeter Kelch von 1699. Besonders hervorzuheben sind die kunstvoll gearbeiteten Holzgesimse mit Schiffskieldekor an Chor und Schiff. Nördlich des Orts liegt zudem das Flächennaturdenkmal Weißes Fenn Marzahne, ein morastiges Feuchtgebiet, das auf die letzte Kaltzeit zurückgeht.